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Mit Bildung begeistern
 


Bildungkongress der Evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg
Rund 1.000 Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie Verantwortliche aus der Schulverwaltung waren am Freitag, 21. Oktober 2016, in der Kongresshalle in Böblingen beim Bildungskongress der beiden evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg zu Gast. Das Motto der Veranstaltung lautete: „Der Schule Bestes. Gewagt und gelebt – Freiheit, Gerechtigkeit und Verantwortung“. Es sollte ein Tag der Ermutigung und Befreiung werden.  mehr bei ekiba.de

 

Kompetenz der Religionslehrkräfte ist gefragt wie selten zuvor

 


Ende April 2016 traf sich der AK zu seiner Frühjahrstagung in Unterreichenbach. Im Zentrum stand dabei der Austausch mit dem Geschäftsführer der „Interkonfessionellen Schulreferentenkonferenz Baden-Württembergs“ (Interko), OStD i.K. Dr. Wolfram Winger.

Dr. Winger, Referent für Gymnasien in der Schulabteilung der Diözese Rottenburg-Stuttgart, schilderte in einem Referat „Herausforderungen für den Religionsunterricht in Baden-Württemberg in der nächsten Dekade“.
weitere Infos beim VKRF
Das Statement von Dr. Winger als pdf-Datei

 

"Wie viel Christentum braucht das Land?"


Ein Tagungsbericht
von Horst Gorbauch

Um es vorweg zu sagen: Die von Dr. Stefan Meißner für den Arbeitskreis der Religionslehrerverbände in Baden-Württemberg und von Dr. Heinz-Hermann Peitz für die Akademie in Hohenheim ebenso aufwändig (zwölf Referenten und Podiumsteilnehmer) wie überzeugend und klug konzipierte Tagung war ein voller Erfolg. Auffällig war das hohe Interesse von Personen aus der kirchlichen Schulverwaltung: Werner Baur (der auch Referent war) hatte aus dem Oberkirchenrat zwei Direktoren mitgebracht; auch der Leiter des Pädagogisch-Theologischen Zentrum der Evangelischen Landeskirche Württemberg war dabei, ebenso wie zwei Vertreter des Erzbischöflichen Ordinariats in Freiburg und Dr. Winger von der Hauptabteilung Schulen in Rottenburg. Auch sieben evangelische und katholische Schuldekan/innen nahmen an der Tagung teil. Dass sich so mitten in den Faschingsferien (11. – 12. 2.2016) insgesamt 76 Personen nach Hohenheim aufmachten, ist schon bemerkenswert.

Den Anfang der Referenten machte Dr. Axel-Bernd Kunze, Privatdozent an der Universität Bonn und Dozent für Pädagogik und stellvertretender Schulleiter an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt (und Inhaber verschiedener Lehraufträge anderswo). Zunächst machte er die Bedeutung des Letztbezugs der Verfassung („Erziehung in Ehrfurcht vor Gott“) für den Bildungsauftrag deutlich (z. B. gegen Neutralisierung religiöser Traditionen im öffentlichen Raum: Vgl. „Lichterfest“ statt „St. Martin“ im Kindergarten); dann benannte er einige religionspolitische Herausforderungen für den Bildungsbereich in einer pluralen Gesellschaft (z. B. fand er eine wechselseitige Verschränkung von Selbst- und Fremdwahrnehmung für die Kinder existenziell wichtig; Folgerung: es braucht einen starken konfessionellen RU). Schließlich wies er, in kritischem Bezug auf den neuen Bildungsplan, auf den Unterschied zwischen Toleranz und Akzeptanz hin: Toleranz meine gelten Lassen des anderen bei gleichzeitiger Ablehnung; Akzeptanz verlange positiven Zuspruch.,,

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Gespräch im Kultusministerium März 2015


Am 23. März 2015 waren die Vertreterinnen und Vertreter des AK zum Gespräch im Kultusministerium mit Staatsekretärin Marion von Wartenberg sowie Maria Berger-Senn (Referat Lehreraus- und -fortbildung) und Dr. Christoph Schüly (Zentralstelle).
Gesprächsthemen waren u. a. der Bildungsplan 2016, Fortbildungen im Bereich Religionsunterricht, die Frage der Refinanzierung bei Übernahme von allgemein schulischen Aufgaben durch kirchliche Religionslehrkräfte sowie die sukzessive Einführung des islamischen Religionsunterrichts.

AK zu Gast im Kultusministerium März 2014

Der Arbeitskreis der Religionslehrerverbände in Baden-Württemberg (AK) war am 31. März 2014 in Stuttgart im Kultusministerium (KM) zu Gast.
Frau Staatssekretärin von Wartenberg, Frau Hein (Stabsstelle Religion) und Frau Berger-Senn (Referat 32) besprachen mit den Vertretern des AK folgende Themen:
Der Bildungsplan, die Arbeit der Bildungsplankommissionen, Finanzierung des Mehraufwands von kirchlichen Lehrkräften, RU an Gemeinschaftsschulen, Islamunterricht und Ethikunterricht.
Abschließend wurde ein regelmäßiger Austausch vereinbart.

Gespräch mit Vertretern des Landeselternbeirats am 11./12. Oktober 2013

Beim Gespräch mit Herrn Keck und Herrn Dr. Rees vom Landeselternbeirat wurden gemeinsame Interessen, Sorgen und Befürchtungen formuliert:
Gespräch mit folgenden Inhalten:

  • Stellung der Fächer Religion und Ethik
  • Zunehmend aggressiv auftretender Laizismus; tritt stärker auf, als er Unterstützung hat;
  • Jüdische Gemeinden Baden: keine Konkurrenz zw. Religion und Ethik; Ethik als Religionsersatzunterricht ist eigentlich falsch;
  • Freikirchliche SuS wieder stärker im evangelischen RU
  • Teilweise auch islamische Kinder im RU
  • Kirchliche KiTas auch für z.B. muslimische Kinder attraktiv (dient auch der Integration);
  • Wertekompass lieber von einem Religionslehrer vermittelt als von einem GK-Lehrer, von dem man nicht weiß, wo er verortet ist;
  • Wie steht LE-Beirat zur christlichen Gemeinschaftsschule?

Badischer Toleranzgedanke, Koedukation, integratives Element in der Gesellschaft wird positiv gesehen -> Warum nicht für alle Schularten?

  • Gedanken machen über Bildungsbegriff (Melanchton – Humboldt – wo stehen wir jetzt?/ Schulen nur noch Ausbildungsstätten?/ Kritisch hinterfragende Selbständigkeit)

-> selbstbewussteres Auftreten für den Religionsunterricht

  • Versuche vor Ort (z.B. 3. Klasse Kommunionunterricht, dann braucht man ja keinen RU -> dafür Bewegungsfach o.ä.) -> Eltern reagieren auf solche Vorschläge sehr sensibel, fragen nach, ob das überhaupt geht…
  • Berufliche Orientierung sollte größere Rolle spielen (v.a. am Gymnasium); stärkere Praxisorientierung; Schule soll befähigen seine Identität entwickeln zu können -> hier kommt eigentlich RU ins Spiel (Interesse der SuS gering); <- Sozialpraktikum greift hier sehr gut (an staatl. Schulen nicht im Bildungsplan verortet; kann nicht verpflichtend sein);
  • Reform der Lehrerausbildung (fürs Gymnasium eine stärkere pädagogische Kompetenz; Gymnasium 2020 geprägt durch Besitzstandswahrungsrechte) ...

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Treffen des AK mit der INTERKO am 22. April 2013
 


Die besprochenen Themen:
- Folgen des Regierungswechsels
- Anrechnung von Stunden bei außerunterrichtlichem Engagement für kirchliche Religionslehrer/innen?
- RU der Zukunft - Einstellungsperspektiven
- Individuelle Förderung im RU (Fortbildungen)
- Spiritualität bei Religionslehrerinnen und Religionslehrern
- Rezeption der Broschüre: Lebenswerte - entdecken
- AK-Fortbildung "Digitale Welten" (Dank für finanzielle Unterstützung)
- Praxiswochen für 4-stündigen Religionsunterricht

Foto: Marianne Diebold
AK zu Gast im Kultusministerium April 2013
 

 

Der Arbeitskreis der Religionslehrerverbände in Baden-Württemberg (AK) war am 9. April 2013 im Kultusministerium (KM) zu Gast. Ministerialrat Dr. Johannes Bergner, Leiter der Abteilung 3 (Allgemein bildende Schulen und Elementarbildung), nahm sich über eine Stunde Zeit, um unsere Fragen zu beantworten. Ihm zur Seite stand Regierungsrat Hansjörg Blessing, u.a. Referent für die Angelegenheiten der Kultusministerkonferenz (KMK).
Das Gespräch verlief in angenehmer, vertrauensvoller Atmosphäre. Herr Dr. Bergner ist selbst Religionslehrer und freute sich nach eigenen Worten über den Kontakt zu den Religionslehrerverbänden unseres Bundeslandes.


Die Themen im Einzelnen:

  • 1. Die Zukunft des RU

Dr. Bergner machte sich weit weniger Sorgen über die Zukunft des klassischen RU als die Vertreter der Kirchen und auch wir Religionslehrerinnen und Religionslehrer. Seiner Meinung nach sei der RU nicht wegzudenken aus der baden-württembergischen Bildungslandschaft. Der durch ihn vermittelte Wertekanon bleibe von Bedeutung und in der Vernetzung mit anderen Fächern zeige sich die Stärke des RU als Plattform einer Wertevermittlung innerhalb des Lebensraums Schule.

  • 2. Die Belastung der Religionslehrkräfte

Unsere Bitte, den außerunterrichtlichen Einsatz unserer Fachkolleginnen und Fachkollegen (Gottesdienste, Schulseelsorge, Trauerarbeit etc.) noch mehr als bislang zu honorieren, konnte Dr. Bergner nachvollziehen. Jedoch höre er dieses Anliegen auch aus anderen Fachbereichen und in Anbetracht der möglichen Kürzung von 14% des Ergänzungsbereiches der Schulen und der Streichung von 11.600 Stellen bis 2020 sei eine zusätzliche Entlastung für Religionslehrkräfte derzeit von Seiten des KM nicht denkbar. Im Einzelfall würden die Schulen jedoch immer wieder das außergewöhnliche Engagement vieler RL honorieren.

  • 3. Kirchliche Religionslehrer und LFB-online

Kirchliche RL können sich bislang nicht via LFB-online zu Fortbildungen anmelden oder online ihre Fahrtkosten abrechnen. Diese Situation hielt Dr. Bergner ebenfalls für untragbar und versicherte, dass an Lösungen für dieses Problem gearbeitet werden würde. Wie diese aussehen werden und wann dies der Fall sein werde – darauf wollte er sich nicht festlegen. Die online-Einsicht soll kirchlichen RL jedoch bald ermöglicht werden.

  • 4. Kompaktwoche für Neigungsfach Religion im Lehrplan verankern

Die Bitte, ähnlich dem Fach Sport eine Kompaktwoche auch für das Neigungsfach Religion im Lehrplan zu verankern, konnte Dr. Bergner zwar nachvollziehen, allerdings zweifelte er auch daran, dass Schulleiterinnen und Schulleiter einem solchen Wunsche überhaupt widersprechen würden – selbst wenn dieser nicht durch den LP unterstützt werde. Daher ermutigte er alle RL, die einen Neigungsfachkurs unterrichten, eine solche Kompaktwoche anzubieten und stellte klar, dass er von den betreffenden Schulleiterinnen und Schulleitern die Freigabe für die Durchführung einer solchen Veranstaltung erwarten würde.

Am Ende des Gesprächs informierten wir die Vertreter des KM noch über die geplanten Aktivitäten innerhalb des AK und der Verbände und vereinbarten ein nächstes Informationsgespräch im kommenden Jahr.
 

Valentin Schneider 


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Unterwegs im Web 2.0
 

 

 

Bericht von der Fortbildung „Digitale Welten als Lernanlässe für Religionsunterricht und Schule“

Vom 11.-13. April 2013 fand im Tagungszentrum Stuttgart-Hohenheim die Tagung „Digitale Welten als Lernanlässe für Religionsunterricht und Schule“ statt. Veranstalterin war die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis der Religionslehrerverbände in Baden-Württemberg (AK).
Die hervorragend besetzte Tagung bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Chance, sich über neue Entwicklungen in den digitalen Welten zu informieren, sich auszutauschen und in Workshops selbst einen Einblick zu bekommen.

Der erste Tag stand unter dem Thema: „Kinder und Jugendliche in digitalen Welten“. Zunächst wurde das Unterrichtsfach „Mensch und Medien“ vorgestellt, das in der Evangelischen Schule am Firstwald in Mössingen unterrichtet wird. „Mensch und Medien“ ist dort Kernfach (alternativ zu NWT) und wird ab Klasse 7 dreistündig unterrichtet. Ziel ist es, die „Schülerpersönlichkeit so zu stärken, dass daraus eine intelligente Nutzung der Medien zum Wohle des Menschen und in Verantwortung für unsere Welt wahrgenokmmen werden kann“, so der Referent Axel Wirsam, einer der MuM-Lehrer am Firstwald Gymnasium. Die Idee eines eigenständigen Medienunterrichts wurde von den Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmern positiv aufgenommen, im neuen Bildungsplan von 2015 wird dieses Fach jedoch nicht zu finden sein. Hier setzt die Bildungsplankommission auf die Implementierung der Medienkompetenzförderung in alle Fächer...

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Gespräch des AK mit Doro Moritz,
Landesvorsitzende GEW Baden-Württemberg

 

Das Gespräch zur Schulentwicklung mit Frau Moritz verläuft sehr entspannt und harmonisch. Nach einer persönlichen Vorstellung und dem Hinweis, dass die GEW Baden-Württemberg bis heute steigende Mitgliederzahlen verzeichnet (Stand heute: 47000 Mitglieder), erläutert sie einige GEW-Positionen.

GEW-Positionen zur baden-württembergischen Schulentwicklung überhaupt:

- Die Bildungsanstrengungen brauchen eine Konzentration auf die frühkindliche Bildung („Früh investieren statt spät reparieren“).
- Selektion in Klasse 4 ist falsch, wenn 48% der Hochschulreifen über berufliche Schulen erworben werden.
- Die GEW begrüßt die Einrichtung von Bildungsregionen.
- Im Anschluss an die Evaluationen der Schulen in Baden-Württemberg brauchen die Schulen Personal- und Sachmittel, um die Zielvereinbarungen auch umsetzen zu können.
- Problem: Es wir zuviel mit heißer Nadel gestrickt. Zum Beispiel laufen die Lehrerfortbildung zur Werkrealschule erst mit deren Einführung an.
- Die GEW will eine Sekundarschule für alle Kinder bis Klasse 10 am Ort, darin viel Individualisierung.
- Die GEW begrüßt das Fortbildungskonzept Beobachten-Beschreiben-Bewerten-Begleiten.
- Die GEW will ein G8, das für alle Beteiligten bewältigbar ist.
- Die GEW will professionelle Ganztagesschulen.

Frau Moritz zur Situation des Religionsunterrichts:

- Religionsunterricht ist wichtiger Beitrag zur Werteerziehung in der Schule.
- Frau Moritz steht hinter dem konfessionellen RU.
- Parallel zum Religionsunterricht will sie Ethik auf allen Klassenstufen.
- Sie begrüßt die Ausweitung des Modellversuchs zum islamischen Religionsunterricht.
- Sie fordert: Staat soll Schulseelsorge mehr unterstützen.
- Diese Unterstützung nennt sie in einem Atemzug mit der noch ausstehenden Verdoppelung der Beratungslehrer. Die Einführung der pädagogischen Assistenten und Verdoppelung der Schulpsychologen sind für sie noch keine hinreichenden Maßnahmen zur Stützung der Schule als Lebensraum.

Frau Moritz bietet den Religionslehrerverbänden bei Bedarf die Nutzung von Sitzungsräumen bei der GEW in Stuttgart an. Wir wollen in lockerem Kontakt bleiben.


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Gespräch des AK mit dem bildungspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Volker Schebesta am 16.10.2009
(Auszug aus dem Sitzungsprotokoll)
als Gast: Volker Schebesta
Nach Begrüßung des Gastes durch Andreas Stonis und einer Vorstellungsrunde erläutert A. Stonis einführend die Aufgabe der Religionslehrerverbände :u.a. Verankerung des Faches in der Schule und Engagement der ReligionslehrerInnen im Schulleben.
Herr Schebesta stellt sich vor: 38 Jahre alt, verheiratet, 3 Töchter (3-8 Jahre alt). Studium der Rechtswissenschaften, Parlamentarischer Berater der CDU-Landtagsfraktion für Wirtschaftspolitik, 1998-2001 persönlicher Referent von Minister Dr. Christoph Palmer, seit 2001 MdL, Vorsitz des AK Schule, Jugend und Sport der CDU-Landtagsfraktion, seit 2006 bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion.

Herr Schebesta legt Wert auf die Unterscheidung zwischen der Wichtigkeit eines Themas für die CDU und der öffentlichen Diskussion über ein Thema. So seien etwa Bildungsplanreform oder Verpflichtung der Schulen zu Evaluation (§ 114 SchG), obwohl wichtige Themen, wenig in der Öffentlichkeit präsent, während die Schulstrukturdebatte stärker in der Öffentlichkeit geführt werde und ihr so womöglich ein unverhältnismäßig hoher Stellenwert zukomme.

Einige bildungspolitische Schwerpunkte, die aus Sicht der CDU-Fraktion in den nächsten Jahren wichtig seien:
- Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund:
aus Verantwortung für die Kinder, aus sozialen und integrationspolitischen Gründen und weil bei zunehmendem Fachkräftemangel Kinder mit Migrationshintergrund eine wichtige Bildungsreserve darstellen. Daher müssten Strukturen geschaffen werden, um „Elternhausdefizite“ auszugleichen.
- Ausbau der Sprachförderung im Elementarbereich.
- Senkung des Anteils an Schulabbrechern/Abgängern ohne Abschluss von derzeit ca. 6-7%.
- Aufrechterhaltung der Unterrichtsversorgung.
- Senkung des Klassenteilers: Ziel sei 28 in der kommenden Legislaturperiode. Mehr Schnelleres Tempo sei angesichts fehlenden Personals nicht erreichbar. Angesprochen darauf, dass es ja bei der Lehrereinstellung neben der Quantität v.a. auch auf die Qualität ankomme, konzediert Herr Schebesta, bei der Lehrereinstellung bestehe eine Begrenzung der Qualität, die mit dem – etwa im Vergleich zu Finnland – geringeren Ansehen des Lehrerberufs hierzulande zusammenhänge.
- Es sei davon auszugehen, dass die mit der Qualitätsoffensive Bildung gesetzten Maßstäbe (z.B. Bildungsregionen, Leitungszeiten der SchulleiterInnen, Senkung der Klassenteiler, Gewinnung von Mangelfachlehrkräften) auf Dauer gelten...

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RU 21 – Herausforderungen und Chancen für den Religionsunterricht
 

 

RU 21Es wird von vielen Seiten Mühe darauf verwendet herauszufinden, wie „Schule von morgen“ sein wird und wie sie sein muss, um all den Herausforderungen gerecht zu werden, die auf sie zukommen. Politiker sprechen schon vom 21. Jahrhundert als dem „Jahrhundert der Bildung“. Auch die Religionslehrerschaft beteiligt sich an diesem Denk-, Such- und Forschungsprozess in Theorie und Praxis. Für sie, die verantwortlichen Lehrkräfte für den Religionsunterricht an unseren Schulen, stehen im Mittelpunkt die Fragen: Was kann und was wird die religiös- ethische Bildung, was wird der Religionsunterricht, was wird die Religionslehrerschaft zu diesem Bildungsauftrag beitragen? Kann Schule auf diesen Beitrag verzichten und ihn durch ein, vorgeblich „neutrales“, für alle verbindliches Werte vermittelndes Fach ersetzen?

Rund 140 Lehrkräfte aus allen Schularten haben in einer Tagung des Arbeitskreises der Religionslehrerverbände in Baden- Württemberg in Bad Boll vom 23.4.-25.4. 2009 mit Wissenschaftlern, Vertretern der Kirchen und Praktikerinnen und Praktikern um diese Fragen intensiv gerungen.

Für die Didaktik und Fachdidaktik wies Prof. Nipkow den weitgespannten nationalen und internationalen Rahmen auf, in dem Bildungspolitik steht. Er umriss die Aufgaben in Schulorganisation, Lehrerbildung und Unterrichtsgestaltung, die Pädagogik und Theologie nur in engem Kontakt lösen können. Die religiöse Bildung Prof. Nipkowwird sich zu anderen Fächern hin öffnen, Schulkultur und den Umgang an der Schule beeinflussen, sich an Beratung und Seelsorge beteiligen. Für die Soziologie beschrieb Prof. Feige die Erwartungen junger Menschen an Schule und religiöse Themen, ihre Wertschätzung und ihre Skepsis. Hinter säkularen Sprachformen „verstecken“ sich häufig drängende Fragen nach Sinn und Orientierung. Bischof Bode, Jugendbischof der Katholischen Bischofskonferenz, betonte die hohe kirchliche Wertschätzung der Bildungsarbeit und beschrieb die Schwerpunkte der Kirchen für die Begegnung und Begleitung junger Menschen in und außerhalb von Schule. (Schul-) Praktiker stellten vielfältige innovative Projekte und Konzepte vor, in denen Schule schon heute Antworten auf die Herausforderungen sucht und erprobt...

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Gespräch des AK mit MdL Renate Rastätter, bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der Grünen am 14.03.2009
(Sitzungsprotokoll)

Begrüßung von Frau Rastätter und wechselseitige Vorstellungsrunde.

Frau Rastätter stellt das Engagement der Grünen im Bereich der Bildungspolitik im Landtag vor. Die Fraktion ist personell stark in der Bildungspolitik engagiert (z.B. 2 Sitze im Schulausschuss).
Chancengleichheit und die Zugangsgerechtigkeit im Schulwesen sollen dem Entstehen von Parallelgesellschaften entgegenwirken. Die Statistik belegt, dass das deutsche Schulsystem auch im internationalen Vergleich am stärksten soziale Unterschiede verschärft. So besuchen nur 20% der Kinder ohne Migrationshintergrund die Hauptschule gegenüber 55% der Kinder mit Migrationshintergrund. Die Grünen sehen ein Mittel gegen diese Entwicklung in einer Verlängerung der gemeinsamen Schulzeit aller Schülerinnen und Schüler.
Weitere Verbesserungen, die die Grünen fordern, sind ein Ausbau der Schulsozialarbeit, eine besondere Förderung des einzelnen, verstärkte Lehrerfortbildung und eine " Öffnung von unten", d.h. Stärkung aller Innovationen, die von den Schulen selber initiiert werden.
Die Grünen möchten erreichen, dass alle Anträge von Schulen bzw. Schulträgern auf Schulmodelle mit inklusiver Pädagogik genehmigt werden.
In einer ersten Diskussionsrunde werden die Möglichkeiten, die in einer Schulsystem- Änderung stecken, unterschiedlich bewertet. Erörtert werden die Möglichkeiten eines Gymnasiums der zwei Geschwindigkeiten. Frau Rastätter skizziert zwei Möglichkeiten:
Erstens neun Jahre gemeinsames Lernen, dann 3 bzw. 4 Jahre bis zum Abitur
oder
zweitens ein "Brückenjahr" nach Klasse 8 bzw. Klasse 9 .
Eine der Funktionen der berufsbildenden Schulen wird darin gesehen, dass sie als "Reparaturbetrieb" verpasste Bildungschancen eröffnen. Behandelt werden Probleme der Lehrergesundheit.

In einem zweiten Statement beschreibt Frau Rastätter die Wertschätzung ihrer Fraktion der religiös-ethischen Bildung. RU ist für die Grünen ein unverzichtbarer Teil des Bildungsangebots der Schule.
Deshalb hat sich ihre Fraktion entschieden für die Einführung eines Islamischen RU eingesetzt und die jetzt laufenden Modellversuche schon früh gefordert. Die Grünen wollen mehrheitlich ein Wahlpflichtfach RU/ Ethik und fordern das Fach Ethik schon ab Klasse 1.

In der Diskussion wird eine hohes Maß an Übereinstimmung sichtbar. Die Mitglieder des AK werben für die jetzige Regelung, die - vom Grundgesetz gefordert - den konfessioneller RU als "ordentliches Lehrfach" vorgibt und Ethik als Ersatzfach versteht.
Die AK- Mitglieder betonen, dass diese Regelung keine Abwertung des Faches Ethik bedeutet. Im Gegenteil sind die RU- Lehrkräfte daran interessiert, dass Ethik nach ähnlich strengen didaktischen Kriterien erteilt wird wie der RU.

Abschließend dankt Andreas Stonis Frau Rastätter für das Gespräch und bittet sie, die Vorstellungen des AK in ihrer Fraktion weiterzugeben. Er weist einladend auf die AK- Tagung in Bad Boll hin zum Thema "RU 21".
Frau Rastätter dankt ihrerseits für das Gespräch und drückt ihre Hoffnung aus, dass der Austausch eine Fortsetzung findet.
 

 

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Gespräch mit Bildungspolitikern der FDP am 18.10.2008
 

 

 

(Auszug aus dem Sitzungsprotokoll)

als Gäste: Herr Pascal Kober und Herr Harald Paulsen
Gesprächsleitung: Andreas Stonis...

Vorstellungsrunde:

paulsenHarald Paulsen: bis 2007 Lehrer am Gymnasium (D,G,Gk), jetzt parlamentarischer Berater der FDP Landtagsfraktion für den Bereich Schule, Bildung


koberPascal Kober: Pfr z. A. (Berufsschulzentrum in Calw), Mitglied in der FDP, seit 7 Jahren im Landesvorstand; in Vertretung von Dietmar Kleinmann (ebenfalls Pfarrer) (MdL-FDP)

Impuls: Hr Paulsen - Allgemeine Zielvorstellungen:

  • bestehendes, gegliedertes Schulwesen weiter ausdifferenzieren
  • Spannung zwischen „Einheitsschule“ und 3 gliedrigem Schulsystem
  • FDP: Weg dazwischen, gegliedertes Schulwesen weiter entwickeln, Schulversuche und Schulverbünde weiter ausprobieren und ggf. anerkennen, zulassen; Einheitsschule wird von der FDP kritisch beäugt, Zweifel an der individuellen Förderungsmöglichkeit und –leistung; wichtiges Anliegen: Förderung der Autonomie der Schulen, Einrichtung von Budgets, 70% der Stellen sollen schulscharf ausgeschrieben werden
  • Durch die Autonomie sollen Bedürfnisse vor Ort besser berücksichtigt werden, eine zentrale Steuerung lässt keine Gestaltungsmöglichkeiten zu; durch Autonomie soll die Bindung und das Engagement für die jeweilige Schule gefördert werden; zugleich besser „Wettbewerb“ zwischen den Schulen
  • Budgets in Zusammenhang mit Schulautonomie helfen: Schulausfälle direkt zu kompensieren, Wahlfreiheit in der Budgetausschöpfung: Klassenteiler senken, AGs anbieten; Budgets sollen verhindern, dass überstürzt zuviel personal eingestellt wird.

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Gespräch des AK mit dem bildungspolitischen Sprecher der SPD- Landtagsfraktion, Dr. Mentrup, 18.4.2008
Dr. Mentrup war als Arzt zunächst ein „Außenstehender“ in der Bildungs- und Schulpolitik. Diese Ausgangslage erleichtert ihm in vielerlei Hinsicht einen kritischen und konstruktiven Umgang mit bildungspolitischen Fragen.

Die SPD sieht das Bildungsgeschehen als ein Ganzes in 5 aufeinander bezogenen Bereichen: Die vorschulische, die schulische, die außerschulische, die berufliche und die lebenslange Bildung.

Für die weitere Entwicklung der Schule wird von außerordentlicher Bedeutung sein, dass die Schülerzahl um etwa 20% zurückgehen wird. Das wird die Existenz vieler Schulen, gerade im ländlichen Bereich in Frage stellen, soll aber vor allem, als Forderung der SPD, dafür genutzt werden, die durchschnittliche Klassenstärke auf höchstens 25 festzusetzen. Diese Klassenstärke ermöglicht eine ganzheitliche, individuelle Förderung einzelner Schülerinnen und Schüler. Die SPD wünscht keine abrupten Strukturänderungen im bisherigen (5-gliedrigen) Schulwesen, sondern wünscht Innovationen, Entwicklungen und Modellversuche, die Schule permanent qualitativ ändern und „ansteckend“ wirken. Dabei unterstützt sie Tendenzen zur Integration gegen frühe und weitgehende Separierung. Langfristig strebt die SPD die zehnjährige Gemeinschaftsschule an; Zwischenschritte sind eine sechsjährige Grundschule und Kooperationen zwischen Haupt- und Realschule, ein Lernen in heterogenen Lerngruppen und eine höchstmögliche individuelle Förderung von Fähigkeiten und Interessen. Wohnortnahe Standpunkte sollen nach Möglichkeit erhalten bleiben; auch dies ist mit einer Gemeinschaftsschule leichter zu erreichen. Konkrete Forderungen: eine längere gemeinsame Schulzeit der Kinder, kleinere Klassen, umfassendere Bildungsangebote, etwa in einer Ganztagsschule, intensive Elternarbeit. Die Ganztagsschule kann nicht kostenneutral verwirklicht werden; die den eigentlichen Unterricht ergänzenden Bestandteile sind hauptamtlich zu organisieren und zu erteilen. Damit könnte Baden- Württemberg einige der Nachteile im Bildungswesen ausgleichen, die im internationalen Vergleich festgestellt wurden und einen Beitrag zu einer verbesserten Bildungsgerechtigkeit leisten.

In der Diskussion wird zunächst nach der Haltung der SPD zum (konfessionellen) RU gefragt. Dr. Mentrup hält eine „Werte- Erziehung“ an der Schule für äußerst wichtig. Er kann sich allerdings verschiedene Modelle vorstellen, wie dies geschieht. Die Stärken des RU sieht er in der festen Verankerung der Lehrkräfte („standortbezogener Unterricht“). Dadurch wird ein distanzierter, nur sachlich- informierender Unterricht ausgeschlossen. Angebote zur Sinnfindung und Orientierung müssen alle Bereiche des Schullebens durchdringen, sie dürfen nicht auf ein „Fach“ begrenzt bleiben.

Stonis/20.04.2008/ Ergänzungen: Horst Gorbauch
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