Arbeitskreis
der Religionslehrerverbände

  in Baden-Württemberg

Gespräch des AK mit
Doro Moritz, Landesvorsitzende GEW Baden-Württemberg
8.10.2010


Das Gespräch zur Schulentwicklung mit Frau Moritz verläuft sehr entspannt und harmonisch. Nach einer persönlichen Vorstellung und dem Hinweis, dass die GEW Baden-Württemberg bis heute steigende Mitgliederzahlen verzeichnet (Stand heute: 47000 Mitglieder), erläutert sie einige GEW-Positionen.

GEW-Positionen zur baden-württembergischen Schulentwicklung überhaupt:

- Die Bildungsanstrengungen brauchen eine Konzentration auf die frühkindliche Bildung („Früh investieren statt spät reparieren“).
- Selektion in Klasse 4 ist falsch, wenn 48% der Hochschulreifen über berufliche Schulen erworben werden.
- Die GEW begrüßt die Einrichtung von Bildungsregionen.
- Im Anschluss an die Evaluationen der Schulen in Baden-Württemberg brauchen die Schulen Personal- und Sachmittel, um die Zielvereinbarungen auch umsetzen zu können.
- Problem: Es wir zuviel mit heißer Nadel gestrickt. Zum Beispiel laufen die Lehrerfortbildung zur Werkrealschule erst mit deren Einführung an.
- Die GEW will eine Sekundarschule für alle Kinder bis Klasse 10 am Ort, darin viel Individualisierung.
- Die GEW begrüßt das Fortbildungskonzept Beobachten-Beschreiben-Bewerten-Begleiten.
- Die GEW will ein G8, das für alle Beteiligten bewältigbar ist.
- Die GEW will professionelle Ganztagesschulen.

Frau Moritz zur Situation des Religionsunterrichts:

- Religionsunterricht ist wichtiger Beitrag zur Werteerziehung in der Schule.
- Frau Moritz steht hinter dem konfessionellen RU.
- Parallel zum Religionsunterricht will sie Ethik auf allen Klassenstufen.
- Sie begrüßt die Ausweitung des Modellversuchs zum islamischen Religionsunterricht.
- Sie fordert: Staat soll Schulseelsorge mehr unterstützen.
- Diese Unterstützung nennt sie in einem Atemzug mit der noch ausstehenden Verdoppelung der Beratungslehrer. Die Einführung der pädagogischen Assistenten und Verdoppelung der Schulpsychologen sind für sie noch keine hinreichenden Maßnahmen zur Stützung der Schule als Lebensraum.

Frau Moritz bietet den Religionslehrerverbänden bei Bedarf die Nutzung von Sitzungsräumen bei der GEW in Stuttgart an. Wir wollen in lockerem Kontakt bleiben.