Arbeitskreis
der Religionslehrerverbände

  in Baden-Württemberg

ARBEITSKREIS DER RELIGIONSLEHRERVERBÄNDE IN BADEN-WÜRTTEMBERG
LEITBILD


1. Wer wir sind

Der Arbeitskreis der Religionslehrerverbände in Baden-Württemberg (AK) ist ein überkonfessionelles Gremium, in dem die Vertreter der Religionslehrerverbände in Baden-Württemberg gemeinsam die Belange der ordentlichen Schulfächer evangelische und katholische Religionslehre in allen Schularten vertreten.
Die Anfänge des AK reichen in die frühen 1960er-Jahre zurück: Die Herausforderungen durch gemeinsame Problemstellungen waren für alle Kolleginnen und Kollegen im Religionsunterricht so groß, dass es zunächst zu vereinzelter und später zu regelmäßiger Zusammenarbeit zwischen den Religionslehrerverbänden kam. Seitdem ist der AK ein gemeinsam regelmäßig tagendes Gremium, in dem die Vertreter der evangelischen und katholischen Religionslehrerverbände der beiden Diözesen, Erzdiözese Freiburg und Diözese Rottenburg-Stuttgart, und der beiden Landeskirchen, badische und württembergische Landeskirche, in Baden-Württemberg zusammen beraten.

2. Unsere Grundlagen

Wir beziehen unseren Auftrag und unser Selbstverständnis als Lehrkräfte und Mitverantwortliche für Schule und Bildung aus dem christlichen Glauben. Er bildet das Fundament unserer Verpflichtung zur Erhaltung der Schöpfung und zur tatkräftigen Solidarität mit allen Mitmenschen. Grundlage unseres Handelns ist dabei das biblische Menschenbild, das den Menschen als geliebtes Geschöpf Gottes auffasst und darin seine unantastbare Würde ausgedrückt sieht. In ihr sehen wir zugleich den Auftrag, uns auf der Basis der christlichen Soziallehren im gesellschaftlichen und interreligiösen Diskurs zu engagieren. Darin sehen wir uns mit unseren Kirchen und der gelebten religiösen Praxis verbunden. Konkret leiten wir daraus für den RU ab, dass er der Ort ist, an dem junge Menschen ihre Fragen nach Gott, nach der Welt und nach sich selbst stellen dürfen und ihnen Sinnorientierung aus dem christlichen Glauben angeboten wird.
Dabei sehen wir die religiöse Bildung als einen umfassenden Prozess von der Elementarstufe über die Primar-, Sekundarstufe und Kursstufe bis in das berufliche Schulwesen an.

3. Unsere Ziele

  •  Wir wollen als Religionslehrkräfte die biblische Botschaft jungen Menschen so vermitteln, dass ihnen die Bedeutung des Glaubens in ihrem Leben sichtbar und tragend werden kann.
     Wir treten dafür ein, dass der konfessionelle Religionsunterricht ein ordentliches Pflichtfach an den Schulen des Landes ist und sehen in der Konfessionellen Kooperation einen wichtigen Beitrag zur Etablierung des Faches im Fächerkanon der Schule.
     Wir arbeiten mit allen Gruppierungen an einer Schulkultur mit, die jeden einzelnen Schüler in seiner Entwicklung fördert, die Gemeinschaft in der Schule stärkt, dazu notwendiges Wissen und Fertigkeiten vermittelt, praktische Formen des Miteinanders und der Konfliktbewältigung einübt und das religiöse Leben des einzelnen und der schulischen Gemeinschaft mitgestaltet.
     Wir begleiten, hinterfragen und kommentieren aufmerksam die Gestaltung der Schullandschaft in Baden-Württemberg.

4. Schwerpunkte unserer Arbeit

Unsere Arbeit im AK ist dadurch motiviert, die Akzeptanz des Religionsunterrichts in allen Bereichen und bei allen am Schulleben beteiligten Gruppierungen zu festigen und profilieren. Ebenso vertreten wir die Interessen und Anliegen unserer Mitglieder. Unsere Arbeit im Einzelnen:
  •  Wir stehen in Gesprächen mit unseren Kirchenleitungen, um Verständnis und Unterstützung für Schule und Bildung zu fördern.
     Wir suchen das Gespräch mit allen Ebenen der Schulverwaltung, um den Beitrag der religiösen Bildung bewusst zu machen.
     Wir tauschen uns mit den Bildungspolitikern der Landtagsfraktionen aus, um sie fachlich bei ihrer Arbeit zu beraten und die verfassungsgemäße Bedeutung des Religionsunterrichts zu unterstreichen.
     Wir tragen unsere Anliegen zur Leistung und Stärkung des Faches den Vertretern der Parteien und der Landesregierung vor.
    Wir sind über die Konfessionsgrenzen hinweg in Kontakt auch mit den anderen Religion unterrichtenden Gruppen an den Schulen, so mit dem jüdischen und islamischen Religionsunterricht und mit dem Fach Ethik. Eine wichtige Vorreiterrolle hatte der AK in dieser Zeit bei der Einforderung des Faches Ethik.
     Wir stehen in Kontakt mit dem Landeselternbeirat und anderen Lehrerverbänden, um die Bedeutung und das Anliegen der religiösen Bildung zu verdeutlichen und mögliche Irritationen auszuräumen.
     Wir beobachten im AK aufmerksam und kritisch die schulpolitischen und kirchenpolitischen für den RU relevanten Veränderungen und positionieren uns dazu.
     Wir setzen gleichzeitig nach Rücksprachen und Mandat durch unsere Verbände selbst Themen, die die Gestaltung des Religionsunterrichts für die Gegenwart und Zukunft betreffen, und tragen diese vor die Kirchen, Parteien und staatlichen Bildungsinstitutionen.
     Wir unterstützen unsere Kolleginnen und Kollegen durch Tagungs- und Fortbildungsangebote, bei denen bildungspolitische, fachspezifische und theologische Themen bearbeitet werden. Dazu gestalten und begleiten wir programmatisch Tagungen mit den Akademien der Landeskirchen bzw. den katholischen Akademien.

5. Mitgliedsverbände

 Fachgemeinschaft evangelischer Religionslehrerinnen und Religionslehrer in Württemberg e.V. (fg)
 Fachverband evangelischer Religions-lehrerinnen und Religionslehrer in Baden e.V. (fv)
 Bundesverband katholischer Religionslehrerinnen und Religionslehrer an Berufsbildenden Schulen e.V. (VKR)
 Verband der katholischen Religionslehrerinnen und Religionslehrer in der Erzdiözese Freiburg (VKRF)
 Verband der Religionslehrerinnen und Religionslehrer in der Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V. (VRRRS)

6. Kontakt

www.ak-religionsunterricht-bw.de/
AK-Sprecher:
Dr. Stefan Meißner
Burgstraße 45
72764 Reutlingen
s.meissner-reutlingen@web.de

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